Zu dem Weg, den unsere Haustiere gemeinsam mit uns gehen, gehört irgendwann und unweigerlich der Abschied. Und der kommt immer zu früh, wir sind eigentlich nie wirklich parat dafür. Egal, ob unser Begleiter ein langes Leben hatte, sich der Kreis für ihn natürlich schliesst oder ob ein Unfall ihn aus unserem Leben raubt. Oder eine Krankheit uns in die Verantwortung nimmt, ihn vor unnötigem, weiterem Leiden zu bewahren.

In dem Mass, in dem ein Tier unser Leben bereichert hat, macht uns der Verlust ärmer – wir trauern. Das ist ein relativ neues Phänomen im Zusammenleben von Mensch und Tier und hat wohl damit begonnen, dass wir die Katze nicht länger als heimische oder höfische Mausefängerin nutzen, und der Hund nichts bewachen, treiben, hüten oder ziehen muss, um sein Futter zu verdienen. Beide sind vom Nutztier zum Sozialpartner geworden, mit ihm leben wir anders als mit einem Nutztier. Und wir verabschieden uns auch anders von ihm.

Immer mal wieder tauchen Menschen am Eingang zum Pfötlihof auf, um einen Napf, ein paar Leinen, einen Katzenkorb, einen Käfig oder Futter abzugeben – und eine Geschichte zu erzählen. Von ihrem Hund, den sie nach zwölf Jahren gemeinsamen Lebens von seinen Alterleiden erlösen mussten. Von ihrer Katze, die so aussergewöhnlich hübsch war, auch noch, als sie beim Tierarzt auf dem Tisch starb, nachdem sie überfahren worden war, man konnte von den Verletzungen fast nichts sehen. Häufig folgt der einen Geschichte noch eine andere. Die von dem anderen treuen Hund, den man davor hatte, der Katze, die keine Schönheit, aber von der ganzen Familie wegen ihrer Anhänglichkeit so sehr geliebt war. Kein einziger Vierbeiner oder gefiederter Freund wird je vergessen, sie alle sind präsent, lebendig in der Erinnerung. Und immer häufiger auch sichtbar verewigt, mit einem Grab auf dem Tierfriedhof oder im Garten, mit einem Bild und einer Kerze auf der Anrichte, mit einem kleinen Gedenkstein im Rosenbeet oder auch mit einer virtuellen Gedenktafel im Internet. Virtuelle Gedenkstätten für Tiere sind im Worldwide Web bereits eine Institution und entsprechend weit verbreitet. Jetzt gibt es aber eine, die etwas anders ist. Sie verbindet die Erinnerung an die, die wir vermissen mit der Möglichkeit, etwas Gutes zu tun für die Tiere, die unsere Hilfe brauchen. Das ist die Philosophie des Gedenkfonds der Stiftung für das Tier im Recht TIR.

Was für eine bestechende Idee, mit einem Unterstützungsfonds in Gedenken an unsere verlorenen Weggefährten den Tierschutz zu unterstützen. Dass die Gestaltung der Gedenktafeln - und damit der Galerie insgesamt – stilvoll und schlicht gehalten ist, gefällt mir dabei sehr, das hat Würde, einzig ein Bild mit Namen, Geburts- und Todesjahr sowie Namen und Wohnort der Tierhalterin oder des Tierhalters. Wer will, kann auch anonym bleiben oder ein Symbolbild wählen. Mit der Spende, nach deren Eingang die Gedenktafel in die Galerie aufgenommen wird, werden die vielfältigen Projekte der TIR unterstützt, konkret kann man wählen zwsichen “Allgemeine Bestrebungen im Kampf gegen Tierquälereien”, “Auskunftsdienst bei tierrelevanten Rechtsfragen” oder der “Grundlagenarbeit für die Besserstellung von Tieren in Recht, Ethik und Gesellschaft”. Zu letzterem gehört für mich vor allem, dass Gieri Bolliger und sein Team in der Praxis dafür sorgen, dass unser Tierschutzgesetz ernst genommen und nicht unter seinem Wert umgesetzt wird. Ein sinnvolles Vermächtnis zu Ehren unserer Lieblinge.





der tod ist nur ein übergang in ein anderes leben…
unsere settermixhündin ist nach ihrem einschläfern wegen krebs regelmässig bei uns gewesen. meine kinder und ich haben sie öfters war genommen. beispielsweise hörten wir das klingeln ihrer hundemarken die holztreppe hochkommen. und einmal war ich krank, ich lag im bett, öffnete verschlafen meine augen, sah lotti bei mir sitzen, ich klopfte auf die bettdecke, das war die einladung dass sie hochkommen durfte. da fiel mir ein, lotti ist ja schon lange tod.. die uns lieben, egal ob mensch oder tier, gehen uns vorraus, aber sie sind oft auch bei uns.
Meine Nachbarin Liliane hat ganz ähnliche Erfahrungen mit ihrer Hündin Tracy gemacht. Tracy, ein Podengo Portugues Mix, stammte ursprünglich aus Spanien und wurde in die Schweiz vermittelt. Tracey war kein ganz einfaches Mädchen, sehr ängstlich zu Beginn und eine leidenschaftliche Maus- und Eichhörnchen-Jägerin, aber Liliane meinte immer, genau deshalb habe Tracy sich sie ausgesucht. Die beiden waren nach kurzer Zeit unzertrennlich, Tracy war Lilianes unbeschwertes Leben, als ihr Mann an Parkinson erkrankte, sie ihn prflegte, bis er starb. Vor anderthalb Jahren, auf einem Spaziergang, machte sich Tracy wiederauf die Suche nach Mäusen, entdeckte eine Spur, dann die Maus, setzte zum “Mäusesprung” an – und brach sich den Halswirbel. Liliane trug die regungslose Tracy weinend nach Hause. Es folgte eine Zeit zwischen Hoffnung und Verzweiflung, die Ärzte stellten unterschiedliche Prognosen, Liliane unternahm alles, doch die Lähmung wurde nicht besser. Und eines Tages, so erzählt Liliane, hätte ihr Tracy bedeutet dass sie nicht mehr könne. Liliane bat den Tierarzt zu sich nach Hause und schläferte Tracy in Lilianes Armen ein. Bis heute begegnet Liliane Tracy immer wieder im Haus, hört sie an der Haustür scharren, spürt ihre Pfote auf der Bettdecke – Zeit fürs morgentliche Gassigehen. Liliane ist eine sportliche Mittsiebzigerin, nichts spräche gegen einen neuen Hund in ihrem Leben. Doch sie sagt, dass sie keinen Neuen will solange Tracy noch bei ihr ist.